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GMP ist ein Begriff, der 1962 von der US
- amerikanischen Aufsichtsbehörde Food and
Drug Administration (kurz: FDA)
eingeführt wurde. Er steht synonym für eine
Sammlung von Verhaltensmaßnahmen und Vorschriften,
die bei der Herstellung und beim Umgang bestimmter Produkte
(z.B.: Arzneimittel, Lebensmittel, Kosmetika, Tierarzneimittel,
...) beachtet und eingehalten werden müssen, mit
dem Ziel, diese Produkte zuverlässig und reproduzierbar
in der gewünschten Qualität herzustellen.
Die Verpflichtung zur Einhaltung der GMP
- Regeln ergibt sich über entsprechende Gesetze
(z.B. Arzneimittelgesetz) oder über zwischenstaatliche
Verträge (z.B. PIC = Pharmaceutical
Inspection Cooperation Scheme = Vertrag zwischen
ehemaligen EFTA - Staaten.)
Im EG-Leitfaden einer Guten Herstellungspraxis für Arzneimittel wird GMP = Regeln der Guten Herstellungspraxis definiert als:
"der Teil der Qualitätssicherung,
der gewährleistet, daß Produkte gleichbleibend
nach den Qualitätsstandards produziert und geprüft
werden, die der vorgesehenen Verwendung entsprechen."
Inhaltlich beschäftigen sich
die GMP - Regeln mit den Anforderungen an (vgl. Inhaltsverzeichnis
des ICH Q7a GMP-Leitfadens):
- Qualitätsmanagement (Qualitätseinheit,
Audits, Quality Reviews,
)
- Personal (Qualifikation, Ausbildung, Hygiene,
)
Gebäude und Einrichtungen (Design, Sanitisierung,
Insatndhaltung,
)
- Prozessausrüstung (Design, Reinigung, Kalibrierung,
)
- Dokumentation und Aufzeichnungen (Master Anweisungen,
Chargendokumentation,
)
- Rohstoff handling ( Empfang, Quarantäne, Beprobung,
)
- Herstellung und In-Prozesskontrolle (Beprobung,
Abmischen,
)
- Verpackung, Etikettierung (Packmaterialien, Vorgehensweisen,
)
- Lagerung und Verteilung (Lageranweisungen,
)
- Laborkontrollen (analytische Methoden,
)
- Validierung ( Anlagenqualifizierung, Verfahrensvalidierung,
)
- Änderungskontrolle (wesentliche- und unwesentliche
Änderungen,
)
- Ausmusterung (Reprocessing, Reworking,
)
- Beanstandungen und Rückruf
-
Bei der Anwendung der GMP - Regeln
gibt es zwei wesentliche Schwierigkeiten:
1. Es gibt nicht "die GMP
- Regeln", sondern eine Vielzahl von GMP - Regeln
mit ergänzenden und weiterführenden Leitlinien.
Ob und welche GMP - Regeln Anwendung finden
hängt wesentlich ab von
- der Art des Produktes (Fertigarzneimittel,
Wirk- oder Hilfsstoff, Lebensmittel, ...)
- der Darreichungsform (oral, parenteral)
- der Spezifikation (steril, keimarm,
unsteril)
- dem Entwicklungsstand (Entwicklung,
Produktion)
- dem Verfahrensschritt (kritisch, unkritisch)
- dem Vertriebsort (USA, Europa, Japan,
...)
Erst wenn diese Faktoren geklärt sind,
können die zutreffenden GMP - Regeln ausgewählt
und angewandt werden.
2. GMP - Regeln sagen grundsätzlich
nur, was gemacht, bzw. eingehalten werden muß,
nicht aber wie.
So lautet die häufigste Forderung,
daß etwas (z.B. die Anlage) so ausgeführt
sein soll, daß jegliche Kreuzkontamination mit
anderen Produkten oder Substanzen vermieden wird. Wie
dies im Detail erreicht wird, hängt vom Erfahrungsschatz
des jeweils Ausführenden ab. Dies hat gerade in
der Vergangenheit zu vielen Diskussionen geführt
da bei den getroffenen Maßnahmen nicht selten
überzogen wird.
Fazit: GMP - Regeln müssen
mit dem entsprechenden Sachverstand fallbezogen ausgewählt,
interpretiert und umgesetzt werden.
... und genau dabei wollen wir Ihnen helfen.
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